Papageitaucher auf der Insel Runde
Von einem Virus angeschlagen, sitzen wir mit einem Tee auf der Couch, mit Blick aus dem Fenster und versuchen uns abzulenken. Es ist unangenehm kalt und regnet in Strömen! Beinahe so, wie damals auf der Insel Runde während unserer Skandinavientour…
Wir bekamen einen Stellplatz mit direktem Blick auf’s Meer und schlugen unser Dachzelt bei Regen und einer leichten Brise auf. Gut gesichert – so dachte ich jedenfalls – warteten wir auf günstigeres Wetter, hörten aber schon unsere Schlafsäcke rufen.
Die Wetterereignisse der folgenden Nacht sollten uns gut im Gedächtnis bleiben. Der böige Wind zerlegte zunächst beinahe unser Vorzelt und rüttelte kräftig am gesamten Aufbau, während das Regenwasser jede Zeltnaht abtastete um ins Innere zu gelangen – trotz Regendach! Acht Heringe rissen aus dem Boden und flatterten verbogen, zusammen mit dem Vorzelt, im Wind.
Nach dieser nächtlichen „Vorzelt-Rettungs- und Evakuierungsaktion“ stellten wir uns die Frage, ob wir im Hinblick auf das aktuelle Wetter besser abreisen sollten. Angesichts der Tatsache, dass wir extra wegen der möglichen Vogelbeobachtungen hergekommen sind, waren wir überglücklich, als uns der Campingchef eine Alternative – eine Art Campingcontainer mit Küchenzeile, Nasszelle und zwei „Schlafzimmern“ – anbot. Die kommende Nacht nach einem regnerischen Erkundungstag war ein Traum…
Auch am dritten Tag wollte der Regen nicht nachlassen. Eine Wandertour zum Vogelfelsen blieb erfolglos. Meeresrauschen: ja, rufende Vögel: ja, Sicht: NULL!!! Etwas zerknirscht und hungrig ging es auf den Heimweg. Es wartete fangfrischer Fisch zum Abendessen auf uns.
Da wir brav aufgegessen hatten, lockerte die Wolkendecke zum Abend tatsächlich etwas auf und es wurde heller, sodass wir beschlossen, nochmals loszuwandern. Eine gute Entscheidung, wie sich herausstellen sollte! Die Mühe und Geduld wurde mit einem freien Blick auf’s Meer, sowie tausenden von Basstölpeln und Papageitauchern belohnt. Das goldene Abendlicht sorgte für ein stimmungsvolles Ambiente, während die Papageitaucher zu ihren Schlafplätzen am Felsen zurückkehrten. Gegen 23 Uhr legte sich das Spektakel und wir traten den Rückweg an. Es war immer noch hell draußen aber schlafen konnten wir trotzdem sehr gut!



























