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Drama im Meisenkasten

Meinen Nistkasten für Kohlmeisen am Hochbeetgemüsegarten hielt ich bisher für eine sichere Anlaufstelle für Kohlmeisen zur Jungenaufzucht. Der Kasten selbst ist es auch! Vielmehr entpuppte sich das gewählte Nistmaterial als Todesfalle für die Jungvögel. Irgendwo in der Nachbarschaft haben die Elternvögel offenbar Kunstfasern, wie sie auch als Kissenfüllung verwendet werden, gefunden. Äußerst weich gepolstert, aber sehr langfaserig und äußerst reißfest! Genau dies wurde zweien der heranwachsenden Jungmeisen zum Verhängnis!
Die letzten Tage fütterten die Elterntiere noch und lockten aber seit gestern ist es ruhig geworden im Kasten. Die Eltern haben es aufgegeben und die beiden Geschwister sind nacheinander verhungert.

Bisher las ich nur von Berichten und Empfehlungen, bitte keine Tierhaare in Nestbaumaterial-Spendern zur Verfügung zu stellen. Selbst habe ich so etwas noch nie beobachtet. Nun trifft aber genau dieses Schicksal die Vogelfamilie in meinem eigenen Kasten. In die feinen Kunsthaare verheddert und so eingedreht, dass selbst ich Mühe hatte, die beiden kleinen, toten Körper aus dem Nest zu befreien. Wer weiß, vielleicht handelte es sich ja um Sperrmüllware, die zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort stand?! Man kann es jetzt kaum noch nachvollziehen.
Das Nest selbst kann ich nicht einmal kompostieren, da es zu großen Teilen aus diesem Kunstmaterial besteht, also muss es in den Restmüll. Eine äußerst traurige Angelegenheit – in jeder Hinsicht!

Ich verdächtige niemanden, vorsätzlich solch kunstfaserhaltigen Füllstoff achtlos in der Natur entsorgt zu haben aber es ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie empfindlich sich unser Konsumverhalten auf die Natur auswirken kann.

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